Vivabini: After-Baby-Body. Warum er Herausforderung und Chance zugleich ist

Eine Schwangerschaft bedeutet viel Stress für unseren Körper und verlangt Höchstleistung von ihm ab. Höchstleistung, die in den meisten Fällen nicht spurlos an ihm vorüberzieht. Der Umgang mit diesen Veränderungen ist eine große Herausforderung – es kann jedoch auch eine Chance sein!

Ein Gastbeitrag von Bloggerin Vivabini Silvia – just be my mom

Butter bei die Fische: Bei den wenigsten von uns hüpft der Körper nach einer Schwangerschaft einfach wieder in seine Ausgangsform zurück.
Stattdessen kämpfen wir mit Hautrissen, Extrakilos, Rektusdiastase, einer größeren Brust, einer kleineren Brust…Herrje, ich kenne sogar eine Frau, die sich anschließend mit breiteren Füßen arrangieren musste!
Dabei ist es vollkommen egal, ob eine Veränderung von Außenstehenden als schlimm oder nicht wahrgenommen wird.
Fakt ist: Nach Jahrzehnten mit und in unserem Körper schaut dieser plötzlich einfach anders aus. Damit umzugehen ist nicht einfach.
Für mich war die Zeit nach der Schwangerschaft die reinste Körper-Achterbahnfahrt: Zuerst die viel größeren Brüste während des Stillens. Danach die kleineren Brüste nach dem Abstillen. Nach der zweiten Schwangerschaft dann ein Fake-Schwangerschaftsbauch durch eine Rektusdiastase.

Ich blickte in den Spiegel und fühlte mich…falsch.
Kleidung, dich ich früher gerne getragen hatte, sah plötzlich unproportioniert und unvorteilhaft aus. Einst bewährte Outfit- und Styling-Formeln verloren ihre Gültigkeit. Neue Rundungen riefen unbekannte Hemmungen in mir hervor.
Mein Körper – das unbekannte Wesen.

After-Baby-Body akzeptieren oder bekämpfen?

Wenn du dich so umhörst, scheint es in der Mama-Szene in punkto After-Baby-Body nur zwei Lager zu geben:
Die einen, die mit Sport, Diäten & Co. möglichst schnell wieder zu ihrer alten Form zurückkehren wollen – und manche, die das auch innerhalb weniger Wochen tatsächlich schaffen.
Und die anderen, die scheinbar ohne Murren ihr neues Ich als Gott gegebenes Geschenk annehmen: „Ich bin so stolz auf meinen Körper, hat er mir doch meine Kinder geschenkt.“
Der Wunsch der Otto-Normal-Mama von Nebenan liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Manche, zeitlich beschränkte Veränderungen sitzen wir aus. Manche Veränderungen sind okay, mit ihnen können wir gut Leben. Andere hingegen möchten wir angehen – früher oder später.
Fakt ist nämlich auch, dass uns als frischgebackene Mamas oftmals die Lust, Zeit und Energie fehlt, uns intensiv mit unserem Körper zu beschäftigen.
Und das ist auch in Ordnung.
Du warst 40 Wochen Schwanger. VIERZIG. Du musst nicht vier Wochen nach der Geburt wieder aussehen wie vorher.

Der Weg zu einem besseren Körpergefühl

Rational zu wissen, dass es okay ist, anders auszusehen, bedeutet jedoch nicht, dass wir uns damit auch wohl fühlen.
Wir selbst sind eben unsere größten Kritiker.
Vielleicht hilft es, dir klar zu machen, dass die Innenwahrnehmung um ein Vielfaches schlimmer ist, als es von Dritten wahrgenommen wird! Den meisten fallen die paar Streifen auf dem Bauch oder paar Kilo mehr auf den Hüften gar nicht auf.
Unabhängig davon können wir jedoch bereits kurz nach der Geburt damit anfangen, unser Körpergefühl wieder zu verbessern:
Mit aktiver Selbstfürsorge.
Du darfst und solltest Zeit und Ressourcen in dich und dein Wohlbefinden investieren.
Das mag trivial klingen, aber als Mama ist Selbstfürsorge nicht selbstverständlich. Vielen von uns fällt es nicht leicht, sich noch als eigenständige Person wahr zu nehmen, mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen – losgelöst und manchmal sogar im Widerspruch zu denen unserer Kinder.
Oftmals geraten wir ganz unbewusst in einen symbiotischen Zustand mit ihnen. Die eigenen Bedürfnisse wenigstens ab und zu an erste Stelle zu stellen, fällt alles andere als leicht.
Ja, und zu allem Überfluss wird solch ein Verhalten sogar oftmals als oberflächlich und selbstsüchtig angeprangert. …
Zum Glück kann und sollte dir das jedoch am Allerwertesten vorbeigehen.
Du und deine Gefühle sind wichtig! Lass dir von niemandem etwas Anderes erzählen!
Aber zurück zum Thema:
Selbstfürsorge, also die aktive und bewusste Fürsorge deiner selbst, ist natürlich ein breites Spektrum. Sie reicht von gesunder Ernährung über Physiotherapie und Sport bis hin zu professioneller Beratung oder Coaching.
Oder eine Kombination daraus.
Und egal, wie oberflächlich das jetzt klingen mag, in Bezug auf unser körperliches Wohlbefinden und unsere Ausstrahlung spielt die Verpackung – also wie wir uns kleiden – ebenfalls eine große Rolle.

Kleidung und ihre Wirkung auf unser Selbstbild

Wie wir uns kleiden hat einen großen Einfluss sowohl auf unser Selbstbild als auch auf unsere Ausstrahlung. Wusstest du, dass unglückliche Menschen tendenziell zu einer einfachen Hosen-Pullover-Kombination greifen?
Menschen mit einem positiven Selbstbild kleiden sich hingegen typgerechter bzw. auffälliger. Dadurch werden sie als selbstbewusster und präsenter wahrgenommen, wodurch ihre innere Haltung wiederum positiv verstärkt wird.
Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass du als frischgebackene Mama top gestylt im Hosenanzug herumlaufen musst.
Es bedeutet nur, dass du irgendwann, wenn die ersten Wochen und Monate verstrichen sind, den Schlabberhosen-Shirt-Look (das Mama-Äquivalent der Pulli-Jeans-Depression) langsam ad acta legen solltest.
Doch was tun, wenn die Hälfte meiner Klamotten nicht passt und die andere Hälfte einfach doof ausschaut?
Nun, es ist erlaubt, in ein paar neue, passende Teile zu investieren. 😊 Kleidungsstücke, die gleichzeitig praktisch und bequem sind, ein bisschen kaschieren und uns total lässig wirken lassen.
Denn wer will keine lässige Mama sein? 😉

Meine bewährte Mama-Garderobe

Während meiner großer-Busen-kleiner-Busen-Kugelbauch-Phase (welche sich immerhin über gut drei Jahre erstreckte) habe ich einige Teile gefunden, die dem Thema After-Baby-Body Rechnung tragen, super zum Mama-Alltag passen und trotzdem stylisch sind:

1. Ein hoch auf Oversize
Das schlimmste, was du machen kannst, ist, dich in ein Stretch-Teil zu zwängen. Diese mögen zwar trotz ein paar Kilo mehr noch passen, vorteilhaft ist es jedoch nicht. Lege dir stattdessen großzügig geschnittene Shirts zu in – und das ist das Wichtigste daran – einer fließenden Qualität. Solche Shirts sind nicht nur bequem, sie deuten auch deine schönen Kurven an und kaschieren gleichzeitig eventuelle Röllchen oder Bauchüberbleibsel.

2. Dein neuer Freund, die Bluse
Bevor ich Mutter wurde, habe ich eigentlich nie Blusen getragen. Doch ich musste erkennen, dass es in puncto lässig und chic eigentlich keine Alternative zur locker geschnittenen Bluse gibt. Und das beste daran? Du kannst durch sie den Blick ganz einfach auf das lenken, das wir nie verstecken müssen: unser Dekolleté. 😊

3. Boyfriend ist die neue Skinny
Ja, Stretch-Jeans sind auch bequem, eine gute Schippe lässiger und vorteilhafter wird es jedoch mit einer gut sitzenden Boyfriend-Jeans: bequem und überall dort locker, wo es drauf ankommt. Dazu ein cooles Shirt oder eine Bluse vorne mit Half-Tuck in den Bund gesteckt – fertig ist der Cool-Mama-Look!

4. Love you: Cardigan
Cardigans sind meine große Liebe. Sie sind praktisch, machen jede Jeans-Shirt-Kombi zum Look, sind praktisch und kaschieren als offene Jacke getragen jede Unförmigkeit. Du bist kein Strickjackenfan? Genauso gut funktionieren Blousons, Blazer und Kimonos… am besten man hat sie alle. 😉

5. Allheilmittel Sneaker
Wenn du dich mit nichts richtig anfreunden kannst, dann hole dir einfach so richtig geile, auffallende Sneaker. Sneaker sind nicht nur DAS Mama-Must-Have schlechthin, sondern liegen auch noch in allen Farben und Formen voll im Trend!
Ja, und wenn du unsicher bist oder dich nicht so recht traust – beispielsweise, weil du jetzt einfach eine Kleidergröße mehr hast oder sich deine Proportionen verändert haben – dann kann an dieser Stelle eine professionelle Stylingberatung helfen. Eine Stylistin zeigt dir, welche Farben und Schnitte zu deinem Typ passen. Sie hilft dir, deine Vorzüge richtig in Szene zu setzen und räumt mit deinem falschen Selbstbild auf.

Und wo bleibt die Chance?

Ganz am Anfang habe ich etwas von After-Baby-Body und Chance gefaselt.
Wie kann das alles bitte auch eine Chance sein?
Nun, in den letzten Jahren habe ich mich viel mit mir selbst beschäftigt, mit dem Mamakörper, mit Mode und Stil, aber auch mit Selbstliebe und Weiblichkeit.
Ich kann nicht behaupten, dass die letzten Jahre einfach für mich waren. Für mein Körpergefühl und mein Selbstbild. Durch diese Reise bin ich jedoch stärker geworden, habe ein positiveres Selbstbild entwickelt und fühle mich jetzt angekommen. Angekommen bei mir selbst.

Wir sollten also körperliche Veränderungen nicht nur als unvermeidbares Übel ansehen oder etwas, dass wir schnellstmöglich beheben müssen. Es ist auch eine Chance:
Die Chance, dein Selbstbild auf den Kopf zu stellen.
Die Chance einer größeren Achtung gegenüber dir selbst.
Die Chance, dich neu zu erfinden.
Die Chance zur wahren Selbstliebe und Selbstakzeptanz.
Ziel ist es nicht, mit allen Mitteln deine Ausgangsfigur wiederherzustellen. Ziel ist es, deinen Wohlfühlkörper zu erlangen. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei ganz neue Seiten und Vorzüge an dir!

Silvia

Silvia ist eine Working Mom, Bissl-Fashionista und Cola-Light-Addict. Sie wohnt im idyllischen Frankenlande, hat zwei Jungs (zwei und vier Jahre alt), die sie „regelmäßig an den Rand des Wahnsinns treiben“ (Originalton 😉).

Die Umstellung vom selbst bestimmten Leben zum Mutteralltag war nicht einfach für Silvia. Darüber hinaus haderte sie sehr mit ihrem Mamakörper. In ihrem Blog Vivabini und auf Instagram schreibt sie viel über Selbstfürsorge, über Körpergefühl und Selbstverwirklichung. Darüber hinaus findest du aber auch die ein oder andere Anekdote aus ihrem Mamaleben sowie Tipps und Inspirationen rund um Fashion & Beauty.

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